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Beziehung · 21. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit

Sexologin empfiehlt „Friends Sex and Games": Warum diese Serie Paaren aus dem Mitbewohner-Modus hilft

„Friends Sex and Games" läuft seit 16.10. auf Prime Video in über 240 Ländern. Sexologin Sonja Ruess war beim Screening in Berlin und erklärt, warum sie die Serie Paaren empfiehlt, den Partnertausch aber nicht.

Sonja Ruess

Sonja Ruess

Sexologin · Mentorin

Vier Paare, ein Freundeskreis, eine Schale mit Autoschlüsseln. Das ist die Grundidee von „Friends Sex and Games”, die seit dem 16. Oktober auf Prime Video läuft. Und ich sage es gleich vorweg: Ich empfehle euch diese Serie. Nicht wegen der Schlüssel. Sondern wegen allem, was davor passiert.

Eine Woche vor dem Start war ich als Sexologin beim Special Screening in Berlin eingeladen, habe den Cast getroffen und mit Gästen und Presse über die Serie gesprochen. Seitdem bekomme ich eine Frage ständig gestellt: „Sonja, ist so ein Spiel eine Lösung, wenn bei uns nichts mehr läuft?”

Meine ehrliche Antwort steht unten. Erst mal zur Serie.

Worum es in der Serie geht

So beschreibt Prime Video die erste Staffel:

Vier Paare. Ein sexy Spiel. Annas Jugendliebe ist zurück - bei einer Party entschließt sich die Clique, das Schlüsselspiel zu wagen: Zieh einen und verbring die Nacht mit dem Besitzer. Keine Verpflichtungen. Keine Gefühle. Geht das? Vertrauen, Eifersucht, verborgene Sehnsüchte, witzige Momente - und verdammt heißer Sex. Jeder muss sich entscheiden: Was macht mich wirklich glücklich?

Besetzung: Paula Kalenberg, Fridolin Sandmeyer, Salka Weber, Martin Bruchmann, Mona Pirzad, Pascal Houdus, Lilja van der Zwaag und Eric Cordes
Regie: Barbara Kronenberg und Sinje Köhler
Start: 16. Oktober 2026, acht Folgen, ab 16 Jahren

Beschreibung und Besetzung: Prime Video

Ein Format, das international funktioniert

„Friends Sex and Games” ist die deutsche Version eines Formats, das schon einmal für viel Gesprächsstoff gesorgt hat: Die mexikanische Prime-Serie „El Juego de las Llaves” startete 2019 in über 200 Ländern. Sie kam so gut an, dass Prime Video gleich zwei weitere Staffeln bestellte.

Die deutsche Fassung hat UFA Fiction produziert. Seit dem 16. Oktober stehen alle acht Folgen bereit, und zwar nicht nur bei uns, sondern in über 240 Ländern und Regionen.

Dass ein Thema wie dieses quer über Kontinente funktioniert, wundert mich nicht. Denn die eigentliche Geschichte ist nicht der Partnertausch. Die eigentliche Geschichte ist ein Gefühl, das Paare auf der ganzen Welt kennen.

Begehren stirbt selten mit einem Knall

Es kippt leise. Zwischen Kalender, Kindern, Job und dem Satz „Wir müssten mal wieder …”. Irgendwann seid ihr ein richtig gutes Team. Ihr organisiert, ihr funktioniert, ihr mögt euch. Nur das Wollen ist weg.

Sie liegt abends neben ihm und geht im Kopf die Einkaufsliste durch. Er traut sich kaum noch, sie zu berühren, weil er schon mit dem nächsten Nein rechnet. Und beide denken, der andere hat einfach keine Lust mehr.

Ich nenne das den Mitbewohner-Modus. Er ist mein Kernthema, seit ich mit Paaren arbeite, und genau dort setzt die Serie an. Im Gespräch mit BILD habe ich es so formuliert:

Wenn der Sex die Qualität von der jährlichen Steuererklärung hat, warum sollte mein Gehirn dann Lusthormone produzieren?

Das ist keine Frage von Liebe. Es ist eine Frage von Bedingungen. Wer nur noch funktioniert, dessen Gehirn bleibt im Pflichtmodus, und Lust entsteht dort nicht. Lust braucht Neugier, Leichtigkeit und ein Gespräch, das ihr euch traut zu führen. Wie das im Alltag aussieht, habe ich in Was heißt es, einen Elefanten in deinem Bett zu haben? aufgeschrieben.

Warum ich die Serie trotzdem empfehle

Vom Partnertausch als Rettungsversuch rate ich ab. Wer eine eingeschlafene Beziehung mit einer Nacht bei einem anderen Menschen wachküssen will, holt sich meistens Eifersucht, Vergleiche und neue Unsicherheit ins Bett. Bevor ihr Grenzen öffnet, braucht ihr ein Gespräch über eure Grenzen. Und das fehlt den meisten Paaren schon vorher.

Und genau deshalb empfehle ich euch die Serie:

Das ist ein super Türöffner, um ins Gespräch zu kommen, weil da so viel Leichtigkeit und Humor mit drin steckt.

Eine Serie startet das Gespräch für euch. Ihr müsst nicht mit „Wir müssen mal über unseren Sex reden” anfangen. Ihr könnt mit „Wie fandest du die Szene?” anfangen. Das ist ein riesiger Unterschied.

Sonja Ruess beim Special Screening von „Friends Sex and Games" in Berlin Titelbild und Foto: Gerald Matzka for Prime Video (Special Screening Berlin, 8. Oktober 2026)

Drei Fragen für euren Serienabend

Schaut sie zu zweit. Und redet danach. Das ist die eigentliche Folge.

  1. Wann habt ihr zuletzt über Wünsche gesprochen, nicht über Termine?
  2. Was war früher selbstverständlich zwischen euch und ist es heute nicht mehr?
  3. Was traust du dich bis heute nicht zu sagen?

Ihr müsst nicht alle drei an einem Abend beantworten. Eine reicht. Wichtig ist nur, dass ihr zuhört, ohne euch gleich zu verteidigen.

Wenn bei euch einer von beiden deutlich weniger Lust hat als der andere, lies auch Wer keine Lust hat, hat die Macht. Da geht es um die Dynamik, die sich in so einer Situation fast immer einschleicht.

Mehr in der Presse

Zum Serienstart hat BILD mit mir über die Serie gesprochen. Hier geht es zum Artikel bei BILD. Alle weiteren Artikel und Interviews findest du in meinem Pressebereich.

Und wenn ihr nach dem Serienabend weiterreden wollt: In meinem Buch „Der Elefant in deinem Bett” zeige ich mit 52 alltagstauglichen Hacks, wie Paare aus der Routine wieder zueinander finden.

Deine Sonja

„Friends Sex and Games” ist eine Serie von Prime Video. Ich war auf Einladung von Prime Video beim Screening in Berlin; meine Einordnung der Serie ist meine eigene fachliche Meinung. Fotos vom Special Screening: Gerald Matzka for Prime Video.

Read this article in English: A sexologist recommends Friends Sex and Games

Sonja Ruess

Über die Autorin

Sonja Ruess

Sexologin (ABS), Beziehungs-Mentorin, SPIEGEL-Bestseller-Autorin. Sonja schreibt über Beziehung, Sexualität und Selbstwahrnehmung — Klartext aus ihrer Praxis in Ravensburg.

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